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Sonntag, 25.11.2018, 11:15 - 12:45 Uhr

Gabriele Münter

Da Frauen an der Akademie nicht angenommen wurden, besuchte Gabriele Münter von 1901 bis 1902 die Schule des Künstlerinnen-Vereins in München. Kurz darauf wechselte sie an die neu gegründete private Kunstschule der Künstlergruppe „Phalanx“. Dort wurde sie Schülerin und bald auch Lebensgefährtin Wassily Kandinskys. Von 1904 bis 1907 unternahm sie mit ihm Reisen nach Holland, Frankreich, Italien, Tunesien und in die Schweiz. 1909 erwarb Münter in Murnau am Staffelsee ein Haus, das bald zum Treffpunkt der Münchener „Avantgarde“ wurde. Marianne von Werefkin, Alexey Jawlensky, Paul Klee, Franz Marc und August Macke gingen dort ein und aus. Im gleichen Jahr war Münter Mitbegründerin der „Neuen Künstlervereinigung München“, aus der sie aber schon 1911 gemeinsam mit Kandinsky, Marc und Kubin wieder austrat.

1911/12 beteiligte sich die Künstlerin an den beiden Ausstellungen der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ und 1913 am von dem Galeristen Herwarth Walden organisierten „Ersten Deutschen Herbstsalon“ in Berlin. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 zerbrach „Der Blaue Reiter“. Das Paar verließ Deutschland: Kandinsky kehrte nach Russland zurück, Münter lebte zwischen 1915 und 1920 in Skandinavien. 1917 kam es zum endgültigen Bruch zwischen beiden. 1926 schrieb Münter in ihr Tagebuch: „Ich war in vieler Augen doch nur eine unnötige Beigabe zu Kandinsky. Dass eine Frau ein ursprüngliches, echtes Talent haben und ein schöpferischer Mensch sein kann, wird gern vergessen.“ Erst ab 1931 lebte sie mit kurzen Unterbrechungen wieder in ihrem Haus in Murnau. Während der Zeit des Nationalsozialismus mit Ausstellungsverbot belegt, konnten ihre Arbeiten erst 1949 bei der Gedächtnisausstellung „Der Blaue Reiter“ im Münchener Haus der Kunst wieder präsentiert werden.

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