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Tagesfahrt nach Essen, Gartenstadt Margarethenhöhe und Villa Hügel

Margarethe Krupp brachte 1906 das Siedlungsgelände in einer Größe von ca. 50 ha und Kapital in Höhe von 1 Million Reichsmark in die „Margarethe- Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge“ ein, die vor allem den „mindermittelten Klassen“ dienen sollte. Die Stiftungsleitung wurde paritätisch mit Mitgliedern des Essener Stadtrates und der Krupp´schen Werksverwaltung unter Vorsitz des Oberbürgermeisters besetzt. 1909 erhielt der 34 Jahre alte Architekt und Stadtplaner Georg Metzendorf (1874 - 1934) den Planungsauftrag für die Wohnsiedlung im Grünen für ca. 12.000 Bewohner. Die Gartenstadt war ein architektonischer und sozialer Gegenentwurf zu den teilweise katastrophalen Wohnverhältnissen der Arbeiter, kleinen Angestellten und Beamten in den Wohnblocks der dicht bebauten Innenstädte. Als städtebauliches Experiment war die Margarethenhöhe wie die Mathildenhöhe in Darmstadt und Dresden-Hellerau durch Regierungserlass von allen geltenden Bauvorschriften befreit. Sie wurde zwar in tradierten Formen errichtet, war aber inhaltlich richtungsweisend Sie bot moderne, für damalige Verhältnisse großzügige Wohnungen mit Zentralheizung, Wasserklosett, Badewanne und Garten. Sozial- und Wohlfahrtseinrichtungen wie Konsum, Schulen, Kindergarten, Kirchen für beide Konfessionen und Bücherhalle waren fußläufig zu erreichen. Metzendorf arbeitete mit einem „variablen Typengrundriss“ und verlieh vor allem dem Kern der Siedlung durch die Verwendung einer begrenzten Anzahl von Bauelementen, die immer wieder neu kombiniert werden konnten, eine große stilistische Geschlossenheit. Die Margaretenhöhe wurde in mehreren Bauabschnitten zwischen 1909 und 1934/38 errichtet. Die in den 1920er Jahren gebauten Geschosswohnungsbauten zeigen einen eher sachlichen 11 Stil, der dem „Neuen Bauen“ verpflichtet ist. Nach dem Tode Metzendorfs 1934 orientierte sich die NS-Siedlung „Lehnsgrund“ zwar noch an dem städtebaulichen Grundriss, bildet aber einen eigenständigen Siedlungsteil. Im Rahmen der Führung werden wir die Musterwohnung in der Stensstraße 25 mit von Georg Metzendorf entworfenen Möbeln und das kleine Atelierhaus in der Sommerburgstraße 18, in dem eine Dauerausstellung zur Geschichte der Siedlung gezeigt wird, besuchen. Nach einer Mittagspause im 1825 errichteten „Hülsmannshof“ am Rande der Gartenstadt werden wir den „Gegenpol“ zur Margarethenhöhe, die „Villa Hügel“ aufsuchen. Mit ihren 269 Räumen und 8100 m2 Wohn- und Nutzfläche, umgeben von einem 28 ha großen Park, ist die Villa Hügel mehr als nur ein Unternehmerwohnsitz – sie ist ein Symbol der Industrialisierung Deutschlands. Die Villa Hügel, in den Jahren 1870 bis 1873 von Alfred Krupp (1812–1887) erbaut, sollte Wohnhaus und Refugium für sich und die Familie sein. Als 14-Jähriger hatte er beim Tod seines Vaters Friedrich Krupp (1787-1826) erste Verantwortung in der Firma Fried. Krupp übernommen und diese zu einem der bedeutendsten Industrieunternehmen des 19. Jahrhunderts ausgebaut. Die Villa bot auch den würdigen Rahmen für Repräsentation, Empfänge und Festlichkeiten. Kaiser und Könige, Unternehmer aus aller Welt, Politiker und Regierungschefs vieler Nationen waren hier zu Gast. Heute ist die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung Eigentümerin des gesamten Anwesens. Wir erhalten eine Führung durch das Haupthaus und die „Historische Ausstellung Krupp“ im westlichen Nebengebäude der „Villa Hügel“.

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